Fotografie Haas
Marcus Haas
Buntentorsteinweg 96
28201 Bremen
Tel.: 0421 / 387 13 60
Mobil.: 0162 / 957 54 07
Web: http://fotografie.marcus-haas.de
Email: fotografie@marcus-haas.de
Der Raum muss natürlich groß genug sein um Chemie, Vergrößerer und Laborgerätschaften unterzubringen und vor allem muss er sich gut abdunkeln lassen, das lässt sich leicht überprüfen, wenn man die Verdunkelung angebracht hat (z.B. vor Türritzen und Schlüssellöchern, aber auch Fenstern, wenn´s nicht anders geht). Für Fenster gibt es spezielle Verdunklungen im Fachhandel, die aber sehr teuer sind, mann sollte überlegen, ob nicht auch ein passend zugesägtes Brett diesen Dienst erfüllt.
Wenn sich die Augen ein paar Minuten daran gewöhnt haben sieht man, ob noch irgendwo Licht eindringt, wenn noch Farben und klare Umrisse erkennbar sind ist es auf jeden Fall zu hell. Um festzustellen, wie dunkel der Raum ist kann auch Fotopapier mehrere Minuten liegen lassen (und wie einen Probestreifen stückweise abdecken) und dann entwickeln, zumindest weiß man dann, wie lange man mit dem empfindlichen Material hantieren kann, denn kaum eine Dunkelkammer ist wirklich ein schwarzes Loch.
Ein Keller oder ein Heizungsraum lassen sich oft leicht in eine Dunkelkammer verwandeln, aber auch ein Badezimmer kann mit etwas Phantasie zeitweise genutzt werden, man braucht nur ein Brett über die Badewanne zu legen.
Wichtig ist genug Platz für die Schalen in denen man die Bilder entwickelt (Entwickler, Stoppbad und Fixierer) sowie den Vergrößerer und das Wasserbad. Daneben sollte aber auch das empfindliche Fotopapier sicher verstaut werden können und selbstverständlich müssen die Chemikalien unzugänglich für Kinder aufbewahrt werden.
Da hier mit Chemie gearbeitet wird muss auch an eine ausreichende Belüftung gedacht werden, insbesondere, wenn man sich länger hier aufhält.
Natürlich wird in diesem Raum auch Wasser und Strom gebraucht, was an sich keine gute Kombination ist, hier ist etwas Vorsicht und geeignete Sicherungen angebracht.
Die Art des verwendeten Lichts hängt vom verwendeten Fotopapier ab, während Papiere fester Gradation empfindlich auf blaues Licht reagieren sind Gradationswandelpapiere auch grünempfindlich und die Filme vertragen gar kein Licht. Mit rotem Licht ist man also zumindest bei Schwarzweißentwicklung auf der sicheren Seite, aber auch Gelb (Gelbfilter absorbieren blaues Licht) oder Bernstein (kein Blau oder Grün) funktionieren aus. Die Details stehen im Allgemeinen bei den Informationen vom Hersteller des Fotopapiers.
Wie viel von diesem Licht man anbringt ist dann Geschmacksache aber es empfiehlt sich die Grundplatte des Vergrößerers abzuschatten, um Einstellungen besser kontrollieren zu können.
Der Vergrößerer ist beinahe so etwas wie eine umgedrehte Kamera, eine
Lichtquelle projiziert das Negativ durch das Vergrößererobjektiv auf das Papier
darunter.
Das Negativ wird auf der sogenannten Bildbühne in den Strahlengang geschoben. Diese Bildbühnen gibt es für die verschiedenen Negativformate z.B. Kleinbild (24x36mm) oder Mittelformat (ab5x5cm), bei größeren Negativen kann man auch einen Kontaktabzug machen, bei dem man das Negativ direkt aufs Papier legt.
Der Kopf des Vergrößerers ist beweglich an einem Stativ angebracht, so dass sich die Größe des Abzugs über die Entfernung des Objektivs vom Grundbrett einstellen lässt. Einige Geräte besitzen sogar einen schwenkbaren Kopf, um auf den Boden oder die Wand zu projizieren, wenn man besonders große Abzüge machen will.
Viele Vergrößerer verfügen auch über Filter, die in den Strahlengang geschoben werden können, was z.B. bei Gradationswandelpapieren wichtig ist, diese Papiere lassen sich mit unterschiedlichen Kontrasten entwickeln und produzieren je nach Filter sehr harte (wenige Graustufen) oder weiche (viele Graustufen) Bilder. Diese Effekte lassen sich auch in einem Bild kombinieren, was bei Fotopapieren mit fester Gradation nicht möglich ist (da braucht man keine Filter ist aber auch nicht so flexibel).
Die Lichtquelle des Vergrößerers muss seinen Aufgaben angepasst sein, so eignet sich eine Lampe für Farbbilder nicht gut für Gradationswandelpapiere, die empfindlich auf das Lichtspektrum reagieren. Gewöhnliche Glühlampen sind deshalb ungeeignet für diese Aufgabe.
Ein andere Punkt ist die Härte des verwendeten Lichts, so liefert eine Punktförmige Lichtquelle sehr hartes Licht, während Kondensatoren und Diffusoren ein weicheres Licht geben, das auch mal einen kleinen Kratzer auf dem Negativ verzeiht.
Wie bereits erwähnt kann die Lichtfarbe und die Helligkeit über Filter beeinflusst werden, wobei es mehr oder weniger Geschmacksache ist ob man Filterfolien mit einer Schublade benutzt oder das Licht über eingebaute Filterräder steuert.
Und natürlich kann ein Rotfilter eingeschwenkt werden um mit dem Fotopapier die letzten Einstellungen vor der Belichtung vornehmen zu können.
Eine hohe Lichtstärke ist nicht das ausschlagende Kriterium, obwohl es natürlich günstig ist ein oder zwei Stufen abblenden zu können, weil die meisten Objektive abgeblendet eine bessere Leistung erbringen, was Randabdunkelung und Schärfe betrifft (insbesondere bei den günstigeren Einsteigermodellen).
Die Brennweite hängt von den verwendeten Negativen ab, bei Kleinbild bieten sich 50mm Objektive an, während man beim Mittelformat schon auf 80mm zurückgreifen muss, wenn der Abstand nicht zwischen Mischkopf und Grundbrett nicht zu groß werden soll.
Ein weiteres wichtiges Hilfsmittel ist die Zeitschaltuhr, auch wenn sie
strengenommen nicht bestandteil des Vergrößerers ist. Sie steuert
die Belichtung und verfügt in der Regel über eine sog. Fokussiertaste, mit der
sich das Licht unabhängig einschalten lässt, z.B. um das Bild scharf zu
stellen. Die Einstellung sollte zwischen 1 Sekunde und bis zu 5 Minuten
einstellbar sein, Experten legen Wert auf eine Einstellgenauigkeit von 1/10
Sekunden, was ich selbst jedoch noch nicht gebraucht habe.
Die Belichtungszeit sollte im allgemeinen mehr als zehn Sekunden betragen reagieren (man muss dann unter Umständen eine kleinere Blende wählen), da die Papiere nicht ganz linear auf sehr kurze Belichtungszeiten.
Bei den Chemikalien sollte man darauf achten, dass sie auch für die
eingesetzten Papiere und Filme geeignet sind, sonst kann die Qualität der
Abzüge leiden.
In der Regel kann man die meisten Chemikalien als Pulver oder in flüssiger Form bekommen oder mit etwas Erfahrung auch selbst zusammenmischen. Wie man es schließlich macht hängt wahrscheinlich von Geschmack und Gewohnheit ab. Dem Anfänger würde ich flüssige Konzentrate empfehlen, weil diese relativ einfach anzusetzen sind, man braucht sie nur mit etwas Wasser bei der richtigen Temperatur (ca. 20°C) mischen.
Es versteht sich natürlich von selbst, dass die verbrauchten Chemikalien nicht ins Abwasser gehören, sondern bei den Schadstoffsammelstellen abgegeben werden.
Entwickler Stoppbad Fixierer Wasserbad
Beim Entwickler muss man außerdem zwischen Papier und Film unterscheiden, hier kann man im Allgemeinen nicht den selben Entwickler benutzen. Der Entwickler wandelt das belichtete Silbersalz der Photoemulsion in Silber um.
Das Stoppbad besteht im einfachsten Fall aus 2%iger Essigsäure, die sich leicht aus 25%iger Essigessenz und Wasser mischen lässt (2 Teile Essenz und 23 Teile Wasser, z.B. 0,2 Liter Essenz und 2,3 Liter Wasser). Dieser Ansatz eignet sich sowohl für Negative als auch Positive. Das Stoppbad dient in erster Linie dem Anhalten des Entwicklungsprozesses, verhindert nebenbei aber auch, das Entwicklerflüssigkeit das Fixierbad verunreinigt.
Der Fixierer besteht zum größten Teil aus Natriumthosulfat und entfernt das unbelichtete Silber aus der Photoemulsion. Erst wenn diese Silbersalze entfernt sind ist das Bild unempfindlich gegen Licht
Der Fixierer kann unter Umständen - eventuell in unterschiedlichen Konzentrationen - für beide Prozesse verwendet werden, da sollte man sich die Anweisungen genau anschauen.
Auch Wasser kann als Chemikalie angesehen werden und ist hier wichtig, um nach der Fixierung die Filme oder Papiere von Chemikalienresten zu befreien.
Für die Negativentwicklung gibt es Einsteigersets, der Vorteil ist
aber, dass man Trommel, Spiralen und Mensuren zusammen und meist relativ günstig
bekommt, leider stimmt aber die Qualität nicht immer, so das man vorsichtig
sein muss.
Das einziehen eines Films auf eine der Filmspiralen sollte man vorher mal bei Licht mit einem alten Film (den man hinterher wegschmeißen kann) ausprobieren, da es in Zukunft in völliger Dunkelheit erfolgen muss.
Das Entwickeln selbst erfolgt dann in der Lichtdicht verschlossenen Dose und wenn man sich an die beiliegenden Anweisungen hält ist wirklich nichts dabei.
Nach dem Wässern genügt es in der Regel die File zum Trocknen aufzuhängen, von einem Filmabstreifer sollte bestenfalls vorsichtig gebraucht gemacht werden, da er die Empfindliche Oberfläche zerstören kann (bei kalkhaltigem Leitungswasser kann es auf der anderen Seite zu Kalkfleckenkommen, dann ist ein zusätzliches Netzmittelbad angebracht).
Das Entwickeln der belichteten Papiere erfolgt in vier Schritten, der eigentlichen Entwicklung, dem Stoppbad und der Fixierung auf die das Wässerungsbad folgt.
Die Entwicklung erfolgt nach den Angaben, die man mit den Chemikalien erhalten hat, zunächst wird das Bild entwickelt, dann wird die Entwicklung im Stoppbad unterbrochen und nach der Fixierung wird das Bild gewässert.
Bei der Entwicklung der Papierabzüge gibt es jede menge Tricks und Kniffe mit denen man das beste aus seinen Fotos herausholen kann - aber ein schlechtes Negativ macht das nicht überflüssig.
Im Grunde bestimmt man zunächst die Belichtung mit einem Probestreifen (ein Stück Fotopapier, das man abschnittsweise mit ansteigender Zeit belichtet, um die optimale Belichtungszeit bei gegebener Blende zu ermitteln) und dann macht man den Abzug mit eben dieser Beilichtung.
Sind Stellen zu dunkel oder zu hell, kann man für diese Bereiche extra Probestreifen machen und dann Nachbelichten, wenn eine Stelle zu hell war oder Abwedeln, wenn sie zu dunkel gewesen ist. Dazu kann man Masken aus Pappe schneiden oder einfach die Hände in den Strahlengang halten.
Nach dem Wässern kommen die Ergebnisse auf die Leine (oder in den Papiertrockner, wenn man es eilig hat), da reichen gewöhnliche Wäscheklammern (sie sollten nicht zu fest schließen, denn das kann Druckstellen hinterlassen, aber man kann den Rand auch hinterher abschneiden).
Neben der Entwicklungsdose, in der die Filme entwickelt werden braucht man Schalen für die Papierentwicklung, Mensuren zum Ansatz der Chemie, Trichter und Flaschen. Für Entwickler und Fixierer sollten das Faltflaschen sein, aus denen man die überschüssige Luft herausdrücken kann, so oxidieren sie nicht und halten länger.
Ein Thermometer braucht man um sich zu vergewissern, dass die Temperatur bei der Entwicklung stimmt und zum aufhängen der Negativstreifen bieten sich Filmklammern an.
Ganz wichtig sind Zangen, um das Fotopapier zu greifen und nicht ständig mit den Fingern in den Chemikalien zu stecken. Idealerweise haben die Zangen Gummigreifer, um die empfindlichen Beschichtungen nicht zu beschädigen.
Bei Barytpapieren ist das ganze Papier mit der Photoemulsion getränkt, was die Entwicklung insbesondere für den Anfänger aufwändiger und langwieriger macht als bei Polyethylen-(PE-)Papieren, bei denen die Lichtempfindliche Emulsion durch eine Kunststoffschicht vom Trägerpapier getrennt ist.
Auf der anderen Seite ist die Kunststoffoberfläche der PE-Papiere aber auch empfindlicher gegen Kratzer und fasst sich nicht so edel an, wie das Baryt (letzteres ist aber egal, wenn das Bild erst gerahmt ist).
Die Wahl zwischen PE- oder Baryt ist deshalb letztendlich Geschmacksache und für den Anfänger bietet sich das sehr einfach zu handhabende PE-Papier an.
Man kann zwischen Papieren mit fester oder variabler Gradation wählen. Bei fester Gradation legt man den Grauwertumfang des endgültigen Bildes durch die Wahl der Gradationsstufe zwischen 0 (sehr weich, viele Grautöne) bis hin zu 5 (sehr hart, beinahe nur schwarz und weiß).
Der Trend geht jedoch zu Papieren, bei denen die Härte über die Lichtfarbe beeinflusst wird (sog. Gradationswandelpapier), sie sind von der Qualität den Papieren mit fester Gradation inzwischen ebenbürtig und bei Verwendung von Filtern oder Mischköpfen sehr einfach zu handhaben. Darüber hinaus kann man auf einem Bild verschiedenen Gradationsstufen einsetzen oder auch Zwischenstufen einstellen.
Egal ob bei Baryt oder PE kann man zwischen Hochglänzend, halb- oder seidenmatt und matten Papieren wählen. Hochglänzende Oberflächen lassen Schwärzen kräftiger erscheinen, können aber bei ungünstigen Lichtverhältnissen störende Reflexe hervorrufen, seidenmatt ist dann unter Umständen ein Kompromiss.